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aktion leben rät zu Vorsicht bei Spenden für Stammzelltherapie

zuletzt verändert: 02.10.2009 15:45

Wien, 2. September 2009 – Immer häufiger gibt es in Österreich Spendenaufrufe, um schwer kranken oder behinderten Menschen eine Stammzell-Therapie zu ermöglichen. aktion leben österreich warnt ausdrücklich vor dubiosen Heilsversprechen, die enorm viel Geld kosten und deren Erfolg keineswegs gesichert ist. Daher fordert aktion leben ein Verbot derartiger Sammlungen an Schulen.

aktion leben rät zu Vorsicht bei Spenden für Stammzelltherapie

Gentechnik heilt nicht alles! (c: Primig)

„Das Thema ist sehr sensibel. Schließlich geht es bei diesen Spendenaufrufen immer um eine konkrete, meist schwer kranke oder behinderte Person“, meint Mag. Martina Kronthaler, Generalsekretärin der aktion leben österreich. „Es ist aber genau dieses Leid, das unseriöse Kliniken ausnutzen, um zu PatientInnen und damit zu Geld zu kommen.“

 

Ärztlicher Rat statt Heilsversprechungen

Spendenaufrufe für Stammzell-Therapien sollten nur dann in Erwägung gezogen werden, wenn anerkannte österreichische MedizinerInnen oder eine österreichische Ethikkommission diese Therapie als sinnvoll und sicher für die jeweilige Person bestätigen. „Die Therapie sollte in Österreich oder in einer der führenden, streng kontrollierten Kliniken durchgeführt werden. Alles andere gehört in den Bereich der fahrlässigen Menschenversuche.“

Für besonders bedenklich hält Kronthaler Sammelaktionen an Schulen. „Damit wird ein völlig unreflektierter Zugang zu Gentechnik eröffnet.“ Wer Menschen in Notsituation helfen will, habe genügend andere Möglichkeit, dies auch sinnvoll zu tun, ist Kronthaler überzeugt. „Wir fordern daher, dass derartige Sammlungen an Schulen generell verboten werden.“

 Gefährlich: embryonale Stammzellen

„Bei Stammzellen ist es besonders wichtig, sie nach ihrer Herkunft zu unterscheiden“, erläutert Kronthaler. „Das Risiko, dass embryonale Stammzellen Tumore bilden, ist nachweislich extrem hoch. Keine Ärztin, kein Arzt wird dazu raten. Dennoch klammern sich viele Menschen an diese Möglichkeit.“ Angeboten werden derartige Therapien in Kliniken, die nicht nach österreichischen oder mitteleuropäischen ethischen Standards handeln und weniger strengen Auflagen für experimentelle Therapien am Menschen unterliegen. „Der Fall eines israelischen Buben ist belegt, bei dem nach einer embryonalen Stammzell-Therapie die Behinderung selbst nicht geheilt wurde, er aber schwer an Krebs erkrankte.“

Erste Anwendungen von adulten Stammzellen

Für die Therapie mit körpereigenen oder fremden adulten Stammzellen gibt es bereits einige Möglichkeiten. „Die Stammzell-Transplantation bei Leukämie ist längst etabliert “, meint Kronthaler. „Sie ist als Knochenmark-Spende allgemein bekannt.“ Auch bei Herzkrankheiten werden adulte Stammzellen erfolgreich eingesetzt. Auch die Nutzung von Stammzellen aus Nabelschnurblut ist ein vielversprechender Weg. Die Erforschung weiterer Möglichkeiten der Stammzell-Therapie stecke aber noch in den Kinderschuhen, so Kronthaler.

Kronthaler abschließend: „Seriöse, dem Alter von Kindern und Jugendlichen angepasste Information über Möglichkeiten und Grenzen der Gentechnik: Das gehört zu einem modernen Schulunterricht. Nicht aber unreflektierte Spendenaufrufe, die letztlich niemandem helfen.“ aktion leben österreich bietet Informationsmaterial für SchülerInnen und Lehrende an.


Weitere Informationen: www.aktionleben.at


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